Alles über die Romane von Heinrich Eichenberger

 
Hubert W. Holzinger Verlag, Berlin - Protagonisten
Geheimdienstlexikon

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- Verzögerungszeit - 

Der Begriff Verzögerungszeit kommt aus der Sicherheitstechnik und wird als Größe für die Zeit verwendet, welche ein potentieller Täter benötigt, eine - meist technische - Sicherheitseinrichtung zu überwinden.

Für ein Haus reduziert sich z. B. eine große Verzögerungszeit der Eingangstür auf Null, steht rückseitig die Terrassentür offen.

Da im Bereich der Einbruchskriminalität die »Fachleute« abhanden gekommen sind, wird zunehmend nur noch gerammt, gesprengt und geschleppt. So müssen sich Fachmärkte oder Juweliere in der Zwischenzeit fragen, wie lange man benötigt, um mit einem mit einer Rammvorrichtung ausgerüsteten Auto in das Geschäft einzudringen.

Im Gegensatz dazu stellt die eigene Tür für normale Bürger ein unüberwindbares Hindernis dar, verlieren oder verlegen sie die Haustürschlüssel. Je nach Qualifikation wird der herbeigerufene Schlüsseldienst seine Mühe haben und in der Regel Teile des Schlosses zerstören.

Damit wird auch deutlich, dass sich die Länge der Verzögerungszeit nach den Mitteln und Fähigkeiten richtet, die man zur Überwindung der Sicherung anwendet. Da man mit Sprengen ganze Häuser zum Einsturz bringen kann, wird das lauteste Mittel auch die entsprechenden Verzögerungszeiten minimieren. Bei Sonderkommandos der Polizei wird diese Methode nicht selten verwendet.

Die auch im Internet beschriebenen Mittel des Lockpickings erfordern durchgehend Training bis hin zur Kunstfertigkeit. Und natürlich funktionieren sie nicht bei jedem Schloss.

Bei Unternehmen, die durch Wirtschaftsspionage bedroht sind, richtet sich die Sicherheitsphilosophie dann oft nach obigen Vorstellungen und Maßstäben. Man meint, wenn der Schlüsseldienst bereits eine halbe Stunde benötigt, wären das Büro, der verschlossene Schrank usw. sicher. 

Wollen aber Geheimdienste in Wohnungen oder Geschäftsräume eindringen, werden sie diese Aktion im Unterschied zum gewöhnlichen Kriminellen sorgfältig planen. Ob sich der Geheimdienst im Ausland der Kleinkriminalität bedient oder begrenzt angeworbene Fachleute beschäftigt, ist eine Frage der Strategie. Soll bei verdeckten Raumüberwachungsmaßnahmen das Eindringen möglichst unauffällig geschehen, wird man sich einer Legende bedienen wie z. B. Arbeiten an der Heizung, am Stromzähler, an den Fenstern. Im eigenen Land werden Wanzen und andere Techniken am unverdächtigsten dadurch installiert, dass der Wohnungsinhaber selbst die Handwerker ruft. Man stört das Telefon, stellt den Strom ab etc. und da wird er sich schon melden. Die »Handwerker« vom Geheimdienst tauschen dann das entsprechende Gerät gegen eines mit Zusatzfunktion aus.

Besteht dauerhaftes Interesse, die entsprechenden Räume unauffällig begehen zu können, wird man versuchen, einen Nachschlüssel anzufertigen. Dazu muss man aber an die entsprechenden Schlüssel zumindest für kurze Zeit kommen. Da auch Zielpersonen von gegnerischen Diensten oder vom organisierten Verbrechen oft ein erschreckend geringes Sicherheitsbewusstsein haben, liegen ihre Schlüsselbunde auf Bartresen, in Umkleideschränken von Schwimmbädern und Saunen, stecken im manchen Fällen außen an der Tür usw. In Unternehmen ist bereits das Wachpersonal eine potentielle Sicherheitslücke, denn für jeden Geheimdienst ist es ein Leichtes, dort tüchtige und ins Profil passende Agenten einzuschleusen. Was will man schon erwarten, zahlt man den Wachleuten 7,50 Euro brutto die Stunde.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass ein einigermaßen gesicherter Raum für Hinz und Kunz große Verzögerungszeiten birgt. Will man sich aber gegen einen mächtigen Gegner wehren, ist dies ohne professionelle Hilfe, ständiger Wachsamkeit und stetiges Misstrauen gegen jedermann kaum möglich.

Vorsicht Falle

Der Geheimdienstmann Eichenberger im Interview zu seinem Roman »Faule Eier« dazu: »Betrachten Sie einmal die Tür zu Ihrer Wohnung und berücksichtigen Sie dabei die Tatsache, dass ein professioneller Einbrecher die Fähigkeit besitzt, keine Spuren zu hinterlassen. Wenn überhaupt finden Sie deshalb nur leichte Kratzer in der Nähe des Schließzylinders. Und genau diese minimalen Spuren werden Sie heute Abend finden. Und befragen Sie daraufhin Ihren Nachbarn, wird dieser jede diesbezügliche Beobachtung abstreiten. Klar: Der Typ wird ja nicht zugeben wollen, dass er mit diesen Einbrechern unter einer Decke steckt....«

Das Fazit gegen Paranoia und andere Wahnleiden kann nur lauten: Der Schutz gegen gewöhnliche Einbrecher und Räuber ist für den normalen Bürger der einzig notwendige. An diesem mangelt es bereits bei über der Hälfte der Privatwohnungen. Vor geheimdienstlichen Angriffen kann man sich nur mit geheimdienstlicher Konspiration schützen. Und da man diese in der Regel nicht beherrscht, sollte man nichts an Notizen und Unterlagen produzieren, die für die Schlapphüte von Interesse sein könnten. Für den Privatgebrauch hat dies z. B. zur Konsequenz, dass man keine (!) Schwarzgeldkonten im Ausland unterhält. Denn zumindest die dortige Bank muss sich ja den Namen notieren. Und in dieser Hinsicht sind für Geheimdienste Verzögerungszeiten von eins, zwei Jahren kein Hindernis. Irgendwann ist der Geheimdienst in der Bank und kopiert oder überspielt die Daten. Es ist aber auch möglich, dass man das Konto direkt bei dem Bankangestellten eröffnet, der bereits auf der Gehaltsliste eines Geheimdienstes steht.

Wie Geldanlage und Steuerhinterziehung speziell bei einer Liechtensteiner Bank »funktionieren« kann, beschreibt Eichenberger in seinem Roman »Der Gierfaktor«.

Man kann Steuerhinterziehung durchaus als Kavaliersdelikt betrachten, doch man sollte weder in sie hineinstolpern, noch sollte man auf dem sog. linken Fuß erwischt werden. Aber auch wen derartige Abenteuer nicht interessieren, erhält durch Eichenbergers Roman »Der Gierfaktor« einen Einblick in die Machenschaften von Bankinstituten, Finanzverwaltungen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen.

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Das Zimmer des Agentenführers: Sir Alec

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Richard, ein informeller Agent des MI6

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Bücher
Der Siegermacher, ein Agententhriller zwischen Fakten und Fiktion

Heinrich Eichenberger:
Der Siegermacher
Agentenroman
©2008, 406 Seiten
broschiert 21x14,3 cm
ISBN
978-3-926396-70-9
19,00 Euro / 29,90 SFR

 

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Faule Eier, ein neuer Fall für Sir Alec

Heinrich Eichenberger:
Faule Eier
Agentenroman
©2009, 304 Seiten
broschiert 21x14,3 cm
ISBN
978-3-926396-72-3
19,00 Euro / 29,90 SFR
 

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Autor
Heinrich Eichenberger, Geheimdienstmann und Autor

-H. Eichenberger

 
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