In
den Romanen von
Eichenberger wird der britische Staatsbürger Sir
Patrick Gordon Alexander lediglich Sir Alec genannt.
Sir Alec ist ein typischer
Vertreter des gehobenen, englischen Staatsdieners, unauffällig
und sorgfältig gekleidet, mit dem Aussehen eines Asketen mit
vornehmer Herkunft und elitärer Ausbildung.
Die Hautfalten um den
Kehlkopf des Chefs verleihen ihm bei neutraler Gemütslage das
Aussehen einer Schildkröte im Halbschlaf, die bei extremer
Zufriedenheit auch etwas lächeln konnte. Ärger verwandelte
dieses Gesicht jedoch in das eines zürnenden Raubvogels. Auf der
einen Seite gab es den generösen Chef von
Sharon und andererseits den
knickrigen Bürokraten, der die Spesenabrechnung seiner Agenten
zusammenstrich. Was
Richard, einer seiner
informellen Operateure, mit dem konspirativen Spitznamen »alter
Habicht« quittierte.
Der Geheimdienstmitarbeiter des
MI6 war hauptamtlich im operativen Dienst, zuletzt im
vergleichbaren Rang eines
Ministerialdirigenten, tätig. Offiziell ist Sir Alec im
Ruhestand. In der Realität ist der Pensionist Führungsoffizier
verschiedener Agenten im weltweiten Einsatz.
Zu diesem Zweck betreibt er in London, in der Regentstreet, das
International Strategic Consultancy Büro. Wie aus den Romanen
hervorgeht finanziert sich das Büro ausschließlich aus den
Mitteln des Nachrichtendienstes.
Sir
Alec im Roman
Faule
Eier:
»Sowohl der
Gärtner als auch meine Sekretärin sind von einer
Personalserviceagentur, an dieser - meines Wissens - das
Verteidigungsministerium sowie das Innenministerium zu gleichen
Teilen eine fünfzigprozentige Minderheitsbeteiligung besitzen.«
Im Roman
Der Siegermacher kommt
z. B. Sir Alec in ein Krankenhaus und es wird thematisiert, was
bei seinem Tod passieren würde: »Die Töne des EKG-Gerätes waren
die einzigen Geräusche im Zimmer, ihre Gleichförmigkeit
signalisierten die große Stabilität des Kranken. Sein Besucher
wusste, dass man den sturen Kerl auf seinem Bett jetzt nicht
noch mehr drängen dürfte. Er musste aber selbst zu der
Erkenntnis kommen, dass er diese Bitte um Unterstützung nicht
ablehnen konnte. Denn es ginge auch anders. Der MI6 erklärte Sir
Alecs Handlungsunfähigkeit und bemächtigte sich der ganzen
Unternehmung. Der Grund: nationales Interesse! Alle kleinen und
großen Rechtsverstöße von Staatsorganen geschehen ausschließlich
aus nationalem Interesse. Ein solcher Schritt war für den Fall
des Ablebens von Sir Alec sowieso vorgesehen.
Man würde die Akten und Computer konfiszieren, denn man wollte
ja nicht, dass die Frau oder die Kinder ein Vermächtnis erbten,
das es überhaupt nicht geben durfte.
Dann würde man
Sharon in das Hauptquartier
zurückholen und ihr den Befehl erteilen, bei der Rekonstruktion
und Entschlüsselung der aktuellen Vorgänge und Verbindungen
behilflich zu sein. Damit wäre diese - unter rechtsstaatlichen
Gesichtspunkten sowieso illegale - Zweigstelle des MI6
letztmalig ausgeschlachtet und irreversibel samt Spuren
vernichtet. Bisher hatten stets beide Seiten guten Nutzen aus
der Kooperation. MI6 und MI5 verbuchten die Erfolge und hatten
kaum Kosten, weil Sir Alec auf Grund der Wirtschaftsnähe seiner
Ermittlungstätigkeit regelmäßig Schwarzgelder in mehrstelliger
Millionenhöhe zu konfiszieren half. Da der Druck in dieser Sache
jedoch von höchster Stelle kam und man nicht wusste, wer schon
längst einmal eine passende Gelegenheit suchte, den Alten
auszuschalten, war Sturheit gepaart mit der derzeitigen
Hilflosigkeit des Greifvogels gefährlich.«